Datenschutz

Was ist eigentlich Datenschutz? 

Der Begriff Datenschutz entstand etwa in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Man bezeichnet damit den Schutz vor Missbrauch von eigenen, persönlichen Daten bei ihrer Speicherung, Übermittlung, Veränderung und Löschung. Damit hat jede einzelne Person das Recht, selber zu entscheiden, wie mit seinen persönlichen Daten umgegangen wird und wem er welche persönlichen Informationen bekannt gibt.

Datenverarbeitung, Datenerfassung, Datenerhaltung, Datenweitergabe und Datenanalyse werden immer einfacher. Daher steigt die Bedeutung des Datenschutzes stetig. Durch technische Entwicklung wie Internet, E-Mail, Mobiltelefonie, Videoüberwachung und elektronische Zahlungsmethoden werden neue Möglichkeiten zur Datenerfassung geschaffen.

Für die Sicherheitsbehörden ist dieses eine große Hilfe, da sie so die Verbrechnungsbekämpfung verbessern können und Kriminalität im Internet besser erfassen können.

 

Geschichte

In den 1960er Jahren fing die weltweite Debatte um den Datenschutz an. Die US-Regierung unter John F. Kennedy wollte ein Nationales Datenzentrum zur Verbesserung des Staatlichen Informationswesens einrichten, um alle Daten der US-Bürger zu registrieren. Das Vorhaben scheiterte, weil viele Menschen eine gesetzliche Grundlage forderten. Daraus entstand 1974 der Privacy Act, der schon viele wesentliche Prinzipien des Datenschutzes enthielt.

Über die laufende Debatte in Amerika wurde auch in der EU berichtet. In Deutschland suchte man nach einem passenden Begriff und fand letztendlich das Wort „Datenschutz“. 1970 verabschiedete das Bundesland Hessen das erste Datenschutzgesetz und 1977 folgte das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). 1981 wurden Landesdatenschutzgesetze für alle Bundesländer beschlossen.

Die Europäische Datenschutzrechtelinie 1995/46/EG wurde 1995 verabschiedet.

 

Datenschutz in sozialen Netzwerken

Über Datenschutz wird im Allgemeinen viel diskutiert. Besonders bei sozialen Netzwerken, wie Facebook und Twitter, ist das Thema sehr begehrt. Schon früher hatten Vorgänger der sozialen Netzwerke Probleme mit dem Datenschutz und zwischen 2006 und 2011 sind soziale Netzwerke und die Debatte über Datenschutz sehr beliebt geworden. Seit der Entstehung von Facebook, Twitter und MySpace geben immer mehr Menschen ihre persönlichen Informationen dem Internet preis. Dabei wissen viele Benutzer von sozialen Netzwerken nicht, dass sie ihre Datenschutzeinstellungen ändern können damit diese nicht öffentlich zu sehen sind. Und noch immer ist vielen Menschen nicht klar, dass persönliche Informationen, die ins Netz gestellt wurden, oftmals nicht mehr rückholbar und somit ewig zu finden sind. Das kann auch für viele Jugendliche im Bewerbungsalter das „Aus“ für eine gute Lehrstelle bedeuten.

Menschen die jünger als 13 sind, dürfen kein Facebook-, Twitter- oder MySpace-Konto anlegen. Aber ob ein Benutzer wirklich über 13 Jahre alt ist oder beim Alter gelogen hat, wird nicht kontrolliert. Und ob ein Kind mit 13 Jahren weiß, was mit seinen Daten im Netz geschieht und ob diese sicher sind, ist fraglich.

Facebook

Bei Facebook kann man die Datenverwendungsrichtlinien nachlesen (https://www.facebook.com/about/privacy) und die Datenschutzeinstellungen über ein Dropdown-Menü unter dem Account-Knopf in der rechten oberen Ecke erreichen. Dort können Facebook-Nutzer einstellen, wer ihr Profil anschauen kann und welche Informationen dort für diese Personen angezeigt werden sollen. Zusätzlich können Informationen wie Geburtstag, religiöse Ansichten und Beziehungsstatus in den Datenschutzeinstellungen für andere Benutzer ausgeblendet werden.

 

Aber mal ehrlich... Wer befasst sich damit? Es ist schrecklich, wie vielen Leuten das eigentlich egal ist. Schon bei der Anmeldung bei Facebook, Twitter, MySpace und anderen sozialen Netzwerken muss man meistens mit den Nutzungsbedingungen und den Datenverwendungsrichtlinien einverstanden sein. Doch wer liest diese? Keiner...

Durch soziale Netzwerke werden Menschen immer „durchsichtiger“. Man kann eine Persönlichkeit erschließen in den Posts und Angaben der Personen. Und dafür muss man meistens noch nicht einmal bei einem sozialen Netzwerk angemeldet sein. Das einfache „Googeln“ des Namens dieser Person bringt viele Daten ans Licht. Plötzlich weiß man wann die betroffene Person Geburtstag hat oder was diese am Wochenende gemacht hat. Bilder und Angaben sind sichtbar. Auch wenn man was dagegen tun kann, die Einstellungen bei Facebook ändern und seine eigene, persönliche Seite nur für angenommene Freunde sichtbar machen kann, ist es doch den meisten egal. Schlimmer wird es aber, wenn andere diese Daten auslesen können und sogar richtigen „Stalkern“ ist es sehr leicht gemacht, einen Menschen auf Schritt und Tritt zu folgen. In den meisten Fällen sind die Profile von Facebook Nutzern offen sichtbar für alle oder selten nur für Freunde sichtbar.

Aber auch  andere Sachen muss ein Facebook-Nutzer beachten. Auch bei der Gesichtserkennung bei Facebook, die die Gesichter speichert und Namen, andere Bilder zuordnet, gibt es Probleme. Mehrere Male wurde ein Verfahren gegen die automatische Gesichtserkennung aufgenommen und wieder eingestellt. Der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein Thilo Weichert hatte am 14. Dezember im Namen seiner Behörde ein Schreiben an Facebook geschickt, wo er das Unternehmen bat, deutsche Gesetze einzuhalten und das deutsche Recht des Telemediengesetzes, im Internet unter Pseudonym tätig zu sein, zu berücksichtigen. Menschen sollten ihre Freiheitsrechte auch im Internet wahrnehmen können.

 

Twitter

Twitter hat in kürzester Zeit mehrere Millionen Nutzer gewonnen und auch hier gibt es Datenschutzrichtlinien (https://twitter.com/privacy ).

Das Twitter personenbezogene Daten seiner Benutzer sammelt und diese an Dritte weitergibt ist bekannt. Aber was das genau bedeutet, weiß nicht jeder. Plötzlich bekommt man zum Geburtstag eine E-Mail von anderen Internetportalen mit einem Gutschein für den nächsten Einkauf, obwohl man sich nie bei dieser Seite angemeldet hat. Und auch Werbung und Spam sind möglich.

Auch bei Twitter ist es möglich einen Namen zu „Googeln“ und die Seite dann einzusehen. Und das noch viel schlimmer als bei Facebook. Man kann Twitter genau so, wie ein angemeldeter Benutzer benutzen. Die Suchleiste benutzen. Sämtliche Fotos und Videos sind einsehbar.

Das Twitter personenbezogene Daten seiner Benutzer sammelt und diese an Dritte weitergibt ist bekannt

Auch „Twitter Maps“ hilft Menschen, die Twitter-Benutzer auszuspähen und ihre Posts auf die Sekunde genau zu Orten. Einfach auf „Bing.com“ gehen, dort die App Liste anklicken und Twitter Maps öffnen. Es öffnet sich eine Karte mit der Welt. Gehen wir nach Frankfurt, können wir dort alle Posts der letzten Stunden sehen und auch von wem diese Posts sind. Ein Klick auf diese Person und man kann das ganze Profil einsehen.

Somit könnte man ganz leicht ein Bewegungsprofil erstellen, eine Person folgen, etc. Eine leichte Art Menschen zu finden, ganz ohne Peilsender und irgendwelchen schweren Gerätschaften. Ja, man muss um ausgespäht zu werden, erstmal dort angemeldet sein, doch das ist ja fast jeder...

 

Datenhandel

Täglich wird mit Millionen von Daten im Netz gehandelt, manchmal auch illegal. Durch Sorglosigkeit kommen unsere Daten manchmal ganz leicht in die falschen Hände. Wer sich illegal Daten im Netz beschaffen will, braucht nicht viel. Nur etwas Geld, um an die Daten zu kommen, die er benötigt. Schnell hat man Kontodaten und auch mehr Geld. Das ist die einfachste Methode. Es ist nicht erlaubt, Daten illegal zu kaufen oder sogar mit ihnen zu handeln. Doch das ist den Kriminellen egal. Verbraucherschützer hatten eine CD mit Daten von sechs Millionen Deutschen gekauft, auch mit Kontodaten. Für nur 850 Euro.

Woher die Daten kommen, weiß man nicht. Manche aus Callcentern oder ähnlichen Einrichtungen. Viele Callcenter verkauften Lose für Lottogesellschaften bis zum Jahre 2008. Anfang 2008 wurde der Verkauf von Losen am Telefon verboten. Und auch die Callcenter durften die Daten nicht speichern, sondern mussten sie löschen, denn aus Datenschutzgründen durften sie nicht gelagert werden. Die meisten Daten, die im Schwarzmarkt kursieren, kommen von geldgierigen Netzwerkadministratoren, pleite gegangenen Callcentern und noch vielen anderen Betrügern. Man kann sich auf viele verschiedenen Arten Daten verschaffen, es kommt nur auf den Preis an.

 

Der NSA-Fall

Edward Snowden gab zwischen dem 1. Juni und dem 6. Juni den Guardian-Reportern Glenn Greenwald und Ewen MacAskill diverse Dokumente der NSA und ein Videointerview. Diese wurden am 9. Juni veröffentlicht. Dank dieser ersten Enthüllung gaben zwei Tageszeitungen Dokumente und Informationen über Programme der USA zur Überwachung der internationalen Internetkommunikation bekannt. Am 12. Juni gab es in HongKong ein Interview, in dem Edward Snowden erklärte, dass die NSA seit 2009 mehrere Millionen SMS aus China geklaut hätte. Nach dieser Enthüllung flüchtete Snowden nach Moskau.

In der deutschen Politik lösten diese Enthüllungen Diskussionen aus. Ronald Pofalla, Chef des Bundeskanzleramtes, bestritt am 12. August 2013, dass dies eine Verletzung der Grundrechte sei. Die NSA und auch der britische Geheimdienst hätten schriftlich erklärt, dass diese sich an die deutschen Rechte und Gesetze hielten und es keine Spionage gegeben habe.

Doch die Zeitungen machen  immer weiter Druck. Immer mehr neue Erkenntnisse kommen raus. Nun hat die NSA auch das Kanzler-Handy abgehört. Ganze Gesprächsinhalte sollen vom Kanzler-Handy abgehört worden sein. Und die „New York Times“ erklärte, dass die NSA eine Genehmigung dazu hätte. Nun möchte der Präsident das Ausspähen von Verbündeten verbieten. Auch eine genaue Prüfung der Tätigkeit der Geheimdienste ist im Gespräch. Doch was Wahrheit ist und was nicht, kann noch keiner sagen. Fakt ist, dass wir unter Spionage standen oder noch stehen.

Was lernen wir daraus?

„Menschen, schützt eure Privatsphäre!“ So posten und twittern nicht nur viele Nutzer von sozialen Netzwerken, sondern auch viele Experten. Nicht alles Persönliche muss ins Internet gestellt werden!

Vor allem sollte man sorgsam mit den eigenen Daten umgehen. Was zu Hause vor dem Computer geschrieben wird, sollte die Welt nicht lesen können, und das ist vielen beim Schreiben nicht bewusst. Allzu Persönliches hat in den öffentlichen Bereichen und sozialen Netzwerken nichts verloren.

Schaut euch eure Einstellungen an und kontrolliert diese mehrmals. Denn durch neue AGBs und neue Datenschutzrichtelinien können Einstellungen oftmals verloren gehen. Mit vielen Tricks und Klicks ist das Gröbste schon geschafft und viele persönliche Informationen sind unsichtbar für die große, weite Welt.