"Wir hassen dich, Amanda!"

Was bedeutet Mobbing und was ist der Unterschied zu Cybermobbing?

Wenn jemand "gemobbt" wird, spricht man von aggressivem Verhalten mit körperlichen und /oder psychischen Attacken gegenüber dieser Person. Meistens wird eine ganze Gruppe gegen eine Person aufgehetzt, auch wenn die Gründe dafür oft sehr banal sind.

Cyber-Mobbing ist eine besondere Form des Mobbings. Hier werden die Personen nicht "face-to-face" gemobbt, sondern über Internet und Handy. Oftmals werden sie bloßgestellt und schikaniert durch ganz viele verschiedenen Medien, wie beispielsweise per E-Mail, Chats, Video- und Fotoplattformen, aber auch dank der neusten Technik der Smartphones per SMS, MMS und WhatsApp.

Das größte Problem am Internet ist, dass die Hemmschwelle, andere zu ärgern oder necken durch die scheinbare Anonymität gesenkt wird und keine klare Grenze zwischen "necken" und "mobben" mehr sichtbar ist.

Eine große Motivation für Menschen, die aus welchen Gründen auch immer gerne mobben, ist, dass sie durch das Internet ein großes Publikum in schneller Zeit bekommen können, die zusätzlich anfeuern und/oder mitmachen.

Durch den fehlenden direkten Kontakt zwischen Täter und Opfer kann außerdem kein Mitleid beim Täter ausgelöst werden, weil er Mimik und Gestik außer bei Videochats nicht sehen kann. Er weiß also gar nicht, ob er sein Opfer verletzt.

 

"I hope one day I can write a song about bullying, so when kids are alone, staring out the window crying, they can play my song and know that it's not their fault and things will get better."

- Amanda Todd -

Amanda Todd - Selbstmord nach Hetzjagd im Internet

Amanda Todd - bevor sie in die Hände eines Mobbers gerät
Amanda Todd - bevor sie in die Hände eines Mobbers gerät

Amanda Michelle Todd wurde am 27. November 1996 geboren und starb am 10. Oktober 2012 in Port Coquitlam, British Columbia in Kanada. Sie war eine Schülerin an einer kanadischen Schule, bis das Drama seinen Lauf nahm.

Es hat eigentlich ganz harmlos begonnen. Als Siebklässlerin möchte sie neue Leute kennenlernen. Also beschließt sie, mit Freunden in einen Webchat zu gehen. Dort wird ihr dann von einem Mann gesagt, dass sie hübsch sei, es werden viele Komplimente gemacht. Irgendwann will der Mann aber mehr - er will ein Bild von ihr - oben ohne.

Ein Jahr hat es gedauert, dann macht sie es tatsächlich. Nach einiger Zeit bekommt sie eine Nachricht auf Facebook von einer Person, die sie nicht kennt. Dafür kennt die Person sie um so besser. Es ist der Mann aus dem Webchat, der nun möchte, dass sie eine "Show" für ihn macht, sonst würde er das Nacktfoto öffentlich machen. Der Mann hatte inzwischen alles über Amanda herausgefunden - ihren Namen, ihre Adresse, die Schule, ihre Freunde und Interessen - einfach alles wusste der Mann mittlerweile dank des Internets.

In den Weihnachtsferien klingelt es um 4 Uhr morgens an der Tür. Es ist die Polizei, die sagt, dass das Foto an jeden geschickt wurde und nun öffentlich ist. Nun beginnt der Albtraum ...

Sie bekommt große Angst und Depressionen und stürzt sich in Alkohol und Drogen. Die Angst wird trotzdem immer schlimmer.

Nach einem Schulwechsel kommt der Mann nach einem Jahr plötzlich wieder - mit dem Namen der neuen Schule, sowie einer Facebook-Seite mit ihrem Nacktfoto als Profilbild.

Daraufhin verliert sie nicht nur ihre Freunde, sondern auch den Respekt. Ihr wird mit einem Schlag bewusst, dass das Foto nun immer im Internet sein würde und für die ganze Welt sichtbar ist.

Sie beginnt mit selbstzerstörerischen Maßnahmen, wie beispielsweise sich zu ritzen. Ein erneuter Schulwechsel folgt, danach geht es etwas besser, doch sie ist immer noch alleine.

Einen Monat später schreibt sie mit einem früheren Freund, der zwar inzwischen eine Freundin hat, doch trotzdem könnten sie sich doch alle zusammen bei der Freundin treffen, schlägt der Freund vor. Amanda kommt dem Vorschlag nach und trifft sich mit ihm. Ganz entgegen ihren Erwartungen wird sie dort angegriffen. Sie ist erschüttert und enttäuscht, weil sie dachte, der Freund mag sie wirklich.

Eine Woche später, als Amanda gerade in der Schule sitzt, bekommt sie eine SMS, sie solle sofort vor die Schule kommen. Als sie dort ankommt, warten 17 Menschen auf sie, inklusive des "alten Freunds" und dessen Freundin. Am Anfang sagen sie "nur", sie solle sich umschauen, sie möge doch eh niemand. Doch schnell steigt die Gewaltbereitschaft in der Gruppe. Amanda wird brutal geschlagen und getreten, das Ganze wird gefilmt. Irgendwann findet ihr Vater sie auf dem Boden liegend. Als sie nach Hause kommt, versucht sie sich zum ersten Mal das Leben zu nehmen, indem sie Bleiche trinkt. Im Krankenhaus überlebt sie es knapp.

Sie hat daraufhin die Stadt gewechselt. Doch die Hetzjagd im Internet geht weiter. Sie solle sich doch endlich umbringen, sie hat es verdient. Ihre Angst wird immer größer, sie geht nicht mehr nach draußen und fragt sich, warum sie überhaupt noch lebt. Es folgen mehrere weitere Selbstmordversuche, die sie alle überlebt.

Gut einen Monat nachdem sie ihr Schicksal per Youtube-Video der Welt präsentiert hat, begeht sie schließlich am 10. Oktober 2012 im Alter von nur 15 Jahren Selbstmord.

 

Die Reaktionen auf den Tod von Amanda Todd

Auf Zetteln beschreibt Amanda Todd ihre Geschichte in dem YouTube-Video
Auf Zetteln beschreibt Amanda Todd ihre Geschichte in dem YouTube-Video

Die Reaktionen auf den Selbstmord waren sehr vielfältig.

Zum einen hat die Polizei Ermittlungen gegen den Täter durch die Royal Canadian Mounted Police und dem British Columbia Coroners Service aufgenommen. Das Ziel war, den Urheber des Facebook-Profils zu finden, der das Bild öffentlich gemacht hat. Dazu hat man eine E-Mail-Adresse eingerichtet, um Hinweise aus der Bevölkerung leichter zu bekommen. Innerhalb von 24 Stunden waren über 400 Hinweise eingegangen.

Auch in den Medien gab es Reaktionen. Zum einen haben sich 1,6 Millionen Menschen das YouTube- Video von Amanda Todd innerhalb von einer Woche angeschaut. Unter anderem in Schulen gab es viele Schweigeminuten.

Die Hackergruppe Anonymous behauptete, den Erpresser gefunden zu haben und veröffentlichte sämtliche Daten des Mannes von Name und Anschrift über Fotos. Das Problem dabei war, dass die Menschen sehr geschockt durch den Tod des Mädchens waren und deswegen auch sehr wütend auf den Erpresser. Es folgten also Bedrohungen, die hinführten bis zu Morddrohnungen an den Mann. Letztendlich stellte sich aber heraus, dass der Mann, der zugab, mit Amanda gechattet zu haben, nichts mit dem Fall zu tun hat, also nicht der eigentliche Erpresser war.

Außerdem hat Amandas Mutter eine Organisation gegründet, die "Amanda Todd Trust" heißt und jungen Menschen, die psychische Probleme haben, die Möglichkeit gibt, zu ihr zu kommen. So soll es verhindert werden, dass noch mehr Menschen ihre Probleme in den Tod treiben.

Letztendlich hat Elise Estrada noch einen Song für Amanda Todd geschrieben. Darin geht es um das lyrische Ich, das nicht mehr aufstehen will, sondern lieber alleine leiden möchte.

In der zweiten Strophe geht es darum, dass eine zweite Person ein Spiel mit dem lyrischen Ich spielt und viele verletzende Dinge zu diesem sagt. Das lyrische Ich wünscht sich, dass es aus Stahl ist, damit alle Gemeinheiten von ihm abprallen.

Im Refrain wünscht sich das lyrische Ich zu fliegen, damit sie nicht mehr verletzt werden kann. Es sehnt sich danach, dass es ein Held ist, damit die verletzende Person dazu gebracht wird, damit aufzuhören.

Es wird klar, dass Worte mehr Schmerzen als sich der Täter vorstellen kann und ob er sich denn wünscht, dass das lyrische Ich sich selbst noch mehr verletzt.

Das lyrische Ich wünscht sich "Wonder Woman" zu sein, damit ihr einmal jemand zuhört, damit niemand wieder so einen Schmerz fühlen muss.

 

Dieser Song zeigt die Situation von Todd und auch allen anderen Menschen, die Opfer von Mobbingattacken werden, auf, wie sehr sie eigentlich durch den Täter, der ihr Bild öffentlich gemacht hat, gelitten hat. Außerdem wird klar, dass sie sich wünscht, dass niemand so sehr verletzt werden soll. Durch den Song soll dem Täter gezeigt werden, wie schlimm es eigentlich ist, wenn man Menschen gezielt mobbt und was das für Auswirkungen auf das Leben der betroffenen Person hat.

 

Fazit zum Selbstmord von Amanda Todd und wie die Gesellschaft damit umgeht

Dieser Selbstmord hat weltweit für ein Aufschreien in der Bevölkerung gesorgt.

 "Wie kann nur jemand so viel Spaß daran haben, jemanden in den Selbstmord zu jagen?", werden sich viele gefragt haben. "Wie können nur so viele Menschen auch noch mitmachen und ihr sagen, dass sie sich endlich umbringen soll?"; werden andere gedacht haben. 

Doch trotzdem geht das Cybermobbing weiter. Scheinbar hat die Gesellschaft noch nicht aus diesem mittlerweile berühmten Fall von Amanda Todd gelernt. Überall auf der Welt werden jeden Tag Menschen gemobbt, einige bringen sich um. 

Muss es erst einen weiteren Selbstmord geben, wo das Opfer per YouTube-Video oder ähnliches ihr Schicksal der Öffentlichkeit präsentiert, bevor sie sich das Leben nimmt? Muss es erst wieder einen Aufschrei in der Bevölkerung geben, bevor endlich etwas passiert? Scheinbar schon, denn andere Beispiele, die nun vorgestellt werden, zeigen, dass sich Cybermobbing mittlerweile sehr verbreitet hat. 

Cybermobbing - kein Problem in Deutschland? Von wegen!

Auch in Deutschland gibt es Cybermobbing. Wie man das Problem hier im Lande lösen kann und wie die Gesellschaft damit umgehen soll. Dazu melden sich im Folgenden zum einen Catarina Katzer, Sozialpsychologin und Mitglied im Bündnis gegen Cybermobbing sowie Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender von diesem Bündnis, zu Wort und erklären ihre Sicht und was ihrer Meinung nach verändert werden muss.

Cybermobbing-Kongress in Berlin sucht nach Lösungen im Kampf gegen Mobbing im Internet

Hilft ein Gesetz gegen Cybermobbing? Darüber wird momentan in Deutschland diskutiert.
Hilft ein Gesetz gegen Cybermobbing? Darüber wird momentan in Deutschland diskutiert.

Catarina Katzer ist Sozialpsychologin, Mitglied im Bündnis gegen Cybermobbing in Köln und eine Referentin beim Cybermobbing-Kongress in Berlin.

Sie erklärt im Interview mit der WELT, wie das Cybermobbing-Problem in Deutschland aussieht. Rund 20% bis ein Drittel der Jugendlichen zwischen zehn und achtzehn Jahren sind entweder als Opfer oder als Täter involviert.

Weiter sagt sie, dass die größte Gruppe von Jugendlichen diejenige ist, die sowohl im realen Leben als auch im Internet mobbt oder gemobbt wird. 24 – 30 Prozent sind entweder Opfer oder Täter nur im Internet.

Des Weiteren macht sie deutlich wie Jugendliche zu Täter beziehungsweise zu Opfern werden. Täter zeichnen sich im wirklichen Leben eher durch unauffälliges Verhalten aus, die das Internet dazu nutzen, dass sie testen, wie böse sie sein können, weil sie denken, dass sie im World Wide Web anonym bleiben können. Opfer dagegen werden durch bestimmte Verhaltensweisen oder dadurch, dass sie aus Neugierde auf Hass- und Prügel-Webseiten landen, zu diesen.

Den Unterschied zwischen Internet und der realen Welt liegt darin, dass sich im Internet viel schneller Lügen und Gerüchte verbreiten lassen und durch Photoshop Bilder nachgemacht werden können. In der realen Welt hingegen kann man nur erpressen und psychische Gewalt anwenden.

Erkennen, dass ein Jugendlicher gemobbt wird, kann man nicht so einfach, denn oftmals geben Opfer dies nicht zu. Sie haben Angst vor Konsequenzen. Daher fordert Katzer, dass die Eltern beobachten müssen, ob sich Veränderungen beim Kind entdecken lassen, beispielsweise ob Leistungen absacken.

Katzer schlägt als Lösung vor, wenn ein Jugendlicher zugibt, dass er gemobbt wird, dass die Schule informiert wird, aber auch der Jugendliche selbst gefragt wird, wie er mit der Situation umgehen möchte. Allerdings müssen die Maßnahmen so gewählt werden, dass die Situation des Opfers nicht noch verschlimmert wird. Sie fordert zudem Sanktionen für den Täter, damit diesem klar wird, dass er eine Grenze überschritten hat.

Dadurch, dass es in Deutschland viel zu selten Strafanzeigen gegen Täter gibt, fordert sie, dass über ein Cybermobbing-Gesetz diskutiert wird. Dadurch könne man Tätern zeigen, dass dies kein Kavaliersdelikt ist. Außerdem wünscht sie sich, dass die Schulen mehr unterstützt werden, wenn sie ihre Schüler aufklären wollen. Deswegen würde sie gerne durchsetzen, dass ein neues Fach an den Schulen eingeführt wird, das sich Medienerziehung nennt.

Des Weiteren ist sie der Meinung, dass Betreiber von Hass- und Prügel-Webseiten, wie beispielsweise isharegossip.de mehr Verantwortung für ihre Webseiten übernehmen. Sie sollten wenigstens darauf hinweisen, dass es zu Mobbing-Attacken kommen kann und eine Hotline für Hilfen anbieten.

Letztendlich ruft sie dazu auf, dass mehr Zivilcourage im Netz erforderlich ist, sodass jemand, der mitbekommt, dass jemand anderes gemobbt wird, eingreift und das meldet.

Reaktion auf das Mobbing in Deutschland: Bündnis gegen Cybermobbing e.V. fordert ein Cybermobbing-Gesetz

Dieses Bündnis versucht momentan in Deutschland ein Cybermobbing-Gesetz durchzusetzen.
Dieses Bündnis versucht momentan in Deutschland ein Cybermobbing-Gesetz durchzusetzen.

Als Reaktion auf das Mobbing in Deutschland wurde jetzt das Bündnis gegen Cybermobbing e.V. gegründet. Uwe Leest ist Vorstandsvorsitzender von diesem Bündnis und erklärt in einem Interview mit Stephan Karkowsky im Rahmen der Expertentagung zum Thema Cybermobbing in Berlin, was ihn zu diesem Amt bewegt hat.

Als Erstes erzählt er, dass er schon selbst in der Familie mit dem Thema in Berührung gekommen sei, weil seine eigene Tochter schon im Internet gemobbt wurde.

Als die Mitglieder dieses Bündnisses vor zwei Jahren schon einmal zusammengekommen sind, haben sie schon gemerkt, dass sich in der Gesellschaft was zusammenbraue, weil die Jugendlichen durch die Entwicklung der Medien mittlerweile fast rund um die Uhr erreichbar seien.

Eine Studie belegt, dass das Mobbing in Deutschland ausgeprägt sei, weil eine Befragung von 6800 Schülern ergeben habe, dass in der Pubertät 20 % der Jugendlichen schon einmal mit Cybermobbing in Berührung gekommen seien. Mit der Studie möchte man erreichen, dass die Gesellschaft das Problem erkenne und sehe, dass man dagegen etwas machen muss. Das Bündnis macht das auf ihrer Internetseite, indem sie eine anonyme Hotline anbieten, sowie Hilfestellungen, wenn man einen Rechtsanwalt, einen Psychologen oder eine Polizeidienststelle sucht.

Leest gibt zu, dass die Selbstmorde noch eine Ausnahme seien, aber das hieße nicht, dass die Betroffenen nicht trotzdem verletzt seien. Sie fühlen sich in ihrer Menschenwürde angegriffen und müssen ihr Leben lang damit klarkommen.

Zum Schluss erklärt er noch, warum ein Cybermobbing-Gesetz so wichtig für die heutige Gesellschaft ist. Er meint, dass es zwar viele Gesetzte gebe, die solche Taten ahnden können, doch meist werde das als Kavaliersdelikt behandelt. Leest ist der Meinung, dass die Gesellschaft das Thema noch nicht ernst genug nehme und deswegen so ein Gesetz die Jugendlichen lehre, wie man mit den sozialen Medien umgeht.

 

Internetseite "isharegossip.de" wirbt damit, dass man zu 100% legal im Netz mobben kann

Isharegossip.de ist eine bekannte Mobbing-Seite, auf der der Nutzer angeblich zu 100% legal mobben kann. Warum diese Seite nun geschlossen wurde und was das für Auswirkungen für die angeblich anonymen Nutzer hat, wird im folgenden Text vorgestellt. 

So sah das Layout der Seite "isharegossip.de" aus, die mittlerweile offline ist.
So sah das Layout der Seite "isharegossip.de" aus, die mittlerweile offline ist.

Der Fall von Amanda Todd ist einer der wenigen Fälle, die im Selbstmord enden, doch trotzdem heißt das nicht, dass es nur in Kanada Cybermobbing gibt. Auch unter anderem hier in Deutschland gibt es viele Menschen, die im Internet gemobbt werden.

Ein erschreckendes Beispiel dafür ist die Internetseite “isharegossip.com”, die 2011 offline gehen musste, weil sie durch die Polizei geschlossen wurde. Diese Seite war ausgelegt für Schüler, die sich in einem Chatroom einwählen konnten.

Für jede Schule, die mitmachen wollte, gab es ein eigenes Forum. Dort konnten dann Schüler miteinander kommunizieren.

Allerdings war das Ziel, dass die Betreiber dieser Seite als Hintergedanken hatten, sich über Lehrer, Mitschüler und Freunde auszutauschen, und zwar in der Art, dass man diese Personen gezielt beleidigt, Lügen über sie verbreitet und sie in die Gruppe einlädt, in der man gerade über sie herzieht und sie so ganz extrem fertigmachen kann.

 

Geworben haben die Betreiber damit, dass die Seite zu 100% legal ist und dass die User zudem noch anonym bleiben und ihre IP-Adressen nicht an die Polizei weitergegeben werden.

 

Dies ist nun aber nicht die Wahrheit gewesen, denn den Betroffenen wird geraten Strafanzeige zu erstatten und die Beweise durch Ausdrucke sichern. So können dann auch die Täter überführt werden.

 

Cybermobbing verbreitet sich auf der ganzen Welt

Amerika kämpft gegen Cybermobbing

Kalifornien hat es vorgemacht und ein Gesetz gegen Mobbing im Netz eingeführt.
Kalifornien hat es vorgemacht und ein Gesetz gegen Mobbing im Netz eingeführt.

Auch in den USA ist Cybermobbing ein Problem. Viele Schüler werden gemobbt und einige haben auch Selbstmord begangen.

Ähnlich wie Amanda erging es auch Rebecca, die erst zwölf Jahre alt war, einer Schülerin aus Lakeland in den USA. Sie hat zwei Freunden eine Abschiedsnachricht geschrieben, bevor sie Selbstmord beging. Auch ein Verlassen der Schule hat nichts gebracht.

Kalifornien hat jetzt ein Gesetz verabschiedet, um dem Cybermobbing entgegen zu wirken. Tätern drohen nun Geldstrafen von bis zu 1000 Dollar beziehungsweise bis zu sechs Monaten Haft.

Ein Schulbezirk in Kalifornien hat schon selbst Maßnahmen getroffen. Eine externe Firma beobachtet die Aktivitäten der Schüler in den sozialen Netzwerken. Das Ganze kostet 40.000 Dollar pro Jahr. Das Problem dabei war, dass die Schüler erst über einen Artikel auf Facebook von der Überwachung erfahren haben. Doch der Leiter des Schulbezirks, Richard Sheehan, verteidigt die Maßnahme, weil die Selbstmorde für Erschütterung sorgten und so erhofft wird, dass die Schüler, die gemobbt werden, erreicht werden können, bevor es zu spät ist.

In Amerika gibt es eine Webseite, die auch Erwachsene in die Schusslinie von Cybermobbing geraten lassen.

Diese Plattform heißt „Revenge Porn“ und dort laden oftmals Männer Nacktfotos von ihren Exfreundinnen hoch, häufig samt Name und Anschrift. Dadurch ändert sich das Leben dieser Personen drastisch. Von der Aufgabe des Berufs über Stalking, die Veränderungen im Leben des Opfers sind extrem.

 

 

14-Jährige Britin erhängt sich nach Cybermobbing auf Internetseite ask.fm

Durch dieses Fragenportal wurde Hannah so sehr gemobbt, dass sie sich umbrachte.
Durch dieses Fragenportal wurde Hannah so sehr gemobbt, dass sie sich umbrachte.

Hannah S., eine 14-Jährige britische Schülerin hat sich im August 2013 erhängt, nachdem sie auf dem Frageportal www.ask.fm massiv beleidigt wurde. Sie wollte eigentlich nur eine Beratung, wie sie ein Ekzem behandeln soll, daraus wurden dann Mobbing-Attacken bis hin zu Wünschen, dass sie sich endlich doch bitte umbringen soll. Das hat sie letztendlich dann auch getan.

Der Vater des Opfers hat daraufhin gefordert, dass Premierminister Cameron endlich Konsequenzen zieht und die Webseite durch eine Onlinepetition geschlossen wird. Dieser hat sich jetzt auch zu Wort gemeldet. Er fordert alle Internetnutzer Mobbing-Seiten zu boykottieren und wünscht sich von den Betreibern solcher Webseiten, dass sie mehr Verantwortung für ihre Seiten übernehmen.

Hannah war nicht das erste Todesopfer, das sich nach Mobbing-Attacken auf der Webseite umgebracht hat, sondern es haben sich schon fünf weitere Kinder aus Irland, Großbritannien und den USA das Leben genommen.

 

Allerdings ist der Standort der Webseite in Lettland, weshalb keine Bedrohungen aus Großbritannien nützen würden, damit die Richtlinien geändert werden. Im Gegenteil, der Gründer der Webseite fordert, dass eine bessere Erziehung und das Vermitteln moralischer Werte schon helfen würden, damit so etwas nicht passiert.

 

Statement: "Die Welt muss zusammen 'Wonder Woman' sein und so Cybermobbing keine Chance geben!"

“I wish I was made of steel

so all your bullets would bounce off

'cause all these scars should get lost”

 

Dies schreibt Elise Estrada in ihrem Song “Wonder Woman”, den sie Amanda Todd gewidmet hat.

Doch niemand ist aus Stahl, keiner kann einfach die Beleidigungen der anderen an sich abprallen lassen. Diese Verletzungen gehen tief, vor allem wenn man in einer Phase ist, in der man sich selbst findet, wie beispielsweise in der Pubertät. Solche Erfahrungen begleiten einen sein ganzes Leben.

 

Weiter schreibt Estrada:

„Words hurt more than you'll ever know,

I wish I could make this stop

just like Wonder Woman“

 

Wenn man zusammengeschlagen wird, dann tut das für einige Zeit weh, schlimmstenfalls muss man vielleicht ins Krankenhaus, aber Wörter, die schmerzen in der Seele, da wo jeder Mensch am empfindlichsten getroffen werden kann. Wörter, die beleidigend und verletzend sind, treffen einen hart ins Herz und oftmals stellt man sich selbst infrage. Manchmal findet man keinen anderen Ausweg mehr, als sich umzubringen, weil man plötzlich von allen Seiten so angegriffen und gemobbt wird. Dies geschah im Fall von Amanda Todd aus Kanada, aber auch die 12-Jährige Rebecca aus den USA hat sich nach massiven Beleidigungen umgebracht. Glücklicherweise sind Selbstmorde immer noch die Ausnahme. Doch trotzdem ist jedes Todesopfer eines zu viel und auch jedes Opfer, das sich mit den Konsequenzen durchs Leben quält, ist eines zu viel.

Es wird immer Menschen geben, die gerne anderen Schmerzen zufügen, egal ob physisch oder psychisch, doch diese Menschen müssen auch Konsequenzen tragen. Sie müssen bestraft werden, damit sie wissen, dass sie zu weit gegangen sind. Es kann nicht sein, dass es in Deutschland als Kavaliersdelikt geahndet wird, wenn ein Mensch psychisch schwere Schäden zugefügt bekommt. Es muss meiner Meinung nach ein Gesetz gegen Cybermobbing geben, sodass Täter abgeschreckt werden können und so etwas nicht mehr machen.

Die sozialen Netzwerke haben sich sehr schnell entwickelt und auch viele junge Kinder bekommen schon ein Smartphone. Sie möchten schnellstmöglich viel herausbekommen, sind neugierig und landen so schnell auf Seiten, auf die sie eigentlich nicht gehen sollten, weil sie eben Mobbing-Seiten sind. Dort warten dann die perversen Täter und erhoffen sich, ein nächstes Opfer gefunden zu haben. Hier sollten Eltern und auch Lehrer in der Schule klar aufklären, was für Gefahren im Internet lauern. Ich teile die Meinung mit Catarina Katzer, die fordert, dass es in der Schule ein Fach geben soll, das über die Medien aufklärt. So etwas wäre im heutigen Zeitalter sehr wichtig.

Vielen Jugendlichen ist es peinlich, wenn sie zugeben müssen, dass sie gemobbt werden. Hier sollten ebenfalls die Eltern frühzeitig ihren Kindern bewusst machen, dass es keine Konsequenzen haben wird, wenn sie dies zugeben. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen darüber sprechen, denn nur so kann eine Fahndung gegen den Täter eingeleitet und weitere psychische Störungen verhindert werden.

Das Internet gehört zum Alltag heutzutage, es bringt viele Vorteile, wie beispielsweise die Globalisierung konnte so erst wahr gemacht werden, aber es birgt auf der anderen Seite auch einige Risiken. Diese sollten ernst genommen werden und die Gesellschaft sollte sensibilisiert werden, damit das Internet sicherer für alle wird. Hier muss die Welt zusammenarbeiten. Es nützt nichts, wenn einige Staaten in den USA ein Cybermobbing-Gesetz eingeführt haben und Deutschland darüber diskutiert. Dieses Problem gibt es überall auf der Welt, deswegen sollte hier gemeinsam eine Lösung gefunden werden, damit niemand mehr so sehr leiden muss, dass er sich umbringen muss.

 

If I was wonder woman

Maybe you would listen

Maybe you would hear me

If I was wonder woman

Maybe I could stop this

So no one ever has to hurt again

 

Niemand sollte sich mehr wünschen müssen, dass er „Wonder Woman“ ist, die alles schafft, um so etwas zu stoppen. Die Welt gemeinsam sollte „Wonder Woman“ sein und Cybermobbing keine Chance geben.